Schließung der LÜBECKER MUSEEN bis zunächst 20. Dezember 2020

Liebe Besucher:innen,

aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder am 26. November 2020 ein neues Maßnahmen-Paket verabschiedet. Dazu gehört auch, dass Einrichtungen und Institutionen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind bis zunächst 20. Dezember 2020 geschlossen werden. Auch die LÜBECKER MUSEEN werden daher in diesem Zeitraum ihre Türen schließen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Forschung

Der umfangreiche und vielfach sehr hochrangige Bestand an Sachzeugen aus verschiedenen Epochen im St. Annen-Museum eröffnet ein breites Spektrum verschiedener Forschungsansätze und übergreifender Fragestellungen. Im Rahmen des ZKFL (Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck), der Kooperation zwischen Kulturinstitutionen und der Universität in Lübeck, bietet das St. Annen-Museum Promotionsmöglichkeiten zu mittelalterlichen und kulturhistorischen Sammlungsschwerpunkten an.

In der gegenwärtigen Forschungssituation erweisen sich folgende Themenbereiche als Desiderate:

  • Wie präsentiert man heute mittelalterliche Kunst? – Eine Untersuchung zum Stellenwert christlicher Kunst in Europa in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft.
  • Differenzierende Untersuchungen einzelner Bildtafeln und Bildwerke und Rekonstruktion ihres ursprünglichen Gesamtzusammenhanges.
  • Vergleichende Studien zu den Altären in Lübecker Kirchen — auf der Grundlage von Uwe Albrechts Corpus-Band, der auch die im Krieg zerstörten Werke mit einschließt.
  • Eine naturwissenschaftlich-technische Analyse der Steinskulpturen des St. Annen-Museums aus der Zeit um 1400, deren Ziel es ist, sowohl das (Stein-)Material bestimmten geographischen Regionen zuzuordnen als auch Handelswege und kulturelle Beziehungen zu verfolgen sowie den künstlerischen Austausch zwischen den Kulturzentren zu erschließen.
  • Erstellung von wissenschaftlichen Bestandskatalogen zu den verschiedenen Sammlungsgebieten, insbesondere zu den Möbeln, Porzellan, Fayencen, Glas und Textilkunst.
  • Ein Gewand für die Wand: Im Museum haben sich — neben bemalten Holzpaneelen, auf Leinen in Öl gemalten und in Leder geprägten Wandverkleidungen — Papiertapeten vom späten 18. Jahrhundert bis um 1930 erhalten. Diese korrespondieren mit den häufig in denkmalgeschützten Häusern Lübecks vorgefundenen originalen Drucktapeten. Um diese eindeutig datieren und die notwendige Wertschätzung im Prozess der Sanierung begründen zu können, aber auch den wertvollen Bestand des Museums unter verschiedenen Gesichtspunkten zu erschließen, bietet sich eine Studie zu den künstlerischen, rezeptionsästhetischen und wirtschaftsgeschichtlichen Hintergründen der Papiertapete in Lübeck an.
  • Lübecks Weg zur Musikstadt: Musikinstrumente als Geschenke von Lübecker Bürgern, Musikern, Instrumentenbauern und Kirchengemeinden sowie gezielte Ankäufe aus Nachlässen haben eine interessante Sammlung mit ungewöhnlichen Stücken wie Trompetengeige, Großbasspommer oder Nähkästchenklavier entstehen lassen. Sie geben Zeugnis von einem regen Musikleben in der Stadt, der Pflege von Kirchen-, Haus- und Schulmusik auf hohem Niveau. Anhand der Sammlung sowie der Noten-Autographen und -drucke in der Stadtbibliothek ließe sich die Entwicklung Lübecks zum Musikfestivalzentrum des Nordens erschließen.
  • Trinken in Lübeck: Die Provenienz der Barock-Gläser im St. Annen-Museum und die damit verbundenen Trinkrituale im politischen, gesellschaftlichen und privaten Leben der Stadt verlangen nach Kennerschaft im differenzierten Feld der Glaskunst und Anwendung geschichtswissenschaftlicher Methoden, um den Einfluss einer verbreiteten Kulturtechnik auf die materielle Kultur einer Gesellschaft zu erschließen. Anhand des umfangreichen und vielgestaltigen Glas-Bestandes im Museum und durch die Quellenanalyse im Stadtarchiv zu Luxusordnungen, Gastereien, politischen Ereignissen im Verlauf der Jahrhunderte ließen sich offene Fragen wissenschaftlich aufarbeiten.

Nähere Informationen zum ZKFL und den Förderprogrammen unter http://www.zkfl.de.

Erfassung der Auktionskataloge 1860 bis 1979 im Bestand des St. Annen-Museums Lübeck

Historische Kunsthandelskataloge stellen eine wichtige Quelle für die Grundlagenforschung zum Kunstmarkt und insbesondere für die Provenienzforschung dar.
Die LÜBECKER MUSEEN verfügen im St. Annen-Museum über einen Bestand von etwa 3.100 Kunsthandelskatalogen der Jahre 1860 bis 1979 aus dem In- und Ausland. Etwa 700 der Kataloge weisen handschriftliche, in Quantität und Qualität variierende Annotationen auf; einige enthalten in den Beilagen Preis- oder Ergebnislisten.
Mit dem Projekt wurde dieser Bestand umfassend nach Händlern, Publikationen und Verkaufsdaten erschlossen und für die Forschung nutzbar gemacht. Neben annotierten Seiten und Beilagen wurden auch beteiligte Personen und Körperschaften sowie im Titel genannte Sammlungen und Nachlässe verzeichnet.

Zugriff auf das Verzeichnis der Kataloge erhalten sie hier.
(Tabellenblatt A enthält sämtliche Titel inklusive beteiligter Personen und Körperschaften, Tabellenblatt B enthält sämtliche Titel inklusive erwähnter Sammlungen und Nachlässe).

Das Projekt wurde gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste 

Fotoarchiv

Als Quelle unverzichtbar für Heimatforschung, Denkmalpflege, Bauforschung, Familiengeschichte, Werbung, Presse und Fotokunst ist das Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck. Es umfasst Topographie, Personen und kulturgeschichtliche Ereignisse und dokumentiert die Lübecker Altstadt  vor der Zerstörung 1942. Darüber hinaus beinhaltet das Archiv Arbeiten von bedeutenden Fotografen des 20. Jahrhunderts wie Castelli, Appel, Schrammen, Renger-Patzsch und Umbo.

Anmeldung zur Benutzung des Fotoarchivs bei Elke Krüger:
Tel.: 0451-122 4146
E-Mail: elke.krueger@luebeck.de
Düvekenstraße 21
23552 Lübeck

Bibliothek

Für Wissenschaftler und interessierte Laien steht eine umfangreiche Präsenzbibliothek zu Lübecker Kunst, Geschichte und Altertümern sowie zu allgemeinen kunst- und kulturgeschichtlichen Themen zur Verfügung.

Anmeldung zur Benutzung der Bibliothek bei Andrea Schwarz:
Tel.: 0451-122 41 34,
E-Mail: andrea.schwarz@luebeck.de
Düvekenstraße 21
23552 Lübeck