Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben wieder ihre Türen für Sie geöffnet!

Für Ihren Museumsbesuch ist eine vorherige Terminvereinbarung notwendig. Dies geht ganz einfach spontan durch unsere Mitarbeitenden an der Museumskasse vor Ort oder telefonisch unter 04511224242 oder per Email. Bitte nennen Sie in ihrer Nachricht unbedingt den Namen des Museums , dass Sie gern besuchen möchten.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit findet eine Kontaktdatenerfassung statt. Dafür nutzen wir die Luca-App. Ihre Kontaktdaten können Sie direkt in die App hochladen, oder Sie füllen einfach händisch unseren Kontaktbogen an der Museumskasse aus. 

Beachten Sie bitte auch die dafür notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbedingungen.

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Stroh, kostbar wie Gold

Lübecker Strohmarketerien des 18. Jahrhunderts

22.07.2017 Bis 08.10.2017

Stroh – ein so billiges Material, soll kostbar sein wie Gold? Das hört sich nach einem Märchen an! Und doch, im St. Annen-Museum wird der Beweis erbracht: Ein Lübecker namens Carl Hinrich Hering konnte um 1700 mit einfachen Strohhalmen so wunderschön verzierte Kästchen und Dosen herstellen, dass sie als Liebesgaben begehrt waren und als Kuriosa fürstliche Kunst- und Wunderkammern bereicherten. Der goldene Schimmer der polierten Halme und die wie Edelstein wirkenden, eingefärbten Strohplättchen machten diese Lübecker Spezialität berühmt. Doch nur wenige Werke aus der Lübecker Hering-Werkstatt sind heute noch weltweit erhalten. 

Ein gutes Dutzend solcher Arbeiten aber in Form kleiner Dosen und größerer Schatullen, Bildtafeln und Schmuckkästchen besitzt allein das St. Annen-Museum. Dass diese hochempfindlichen Werke nun aus dem Depot ans Licht der Öffentlichkeit geholt werden, hat einen ganz besonderen Anlass: Die Neuerwerbung eines spektakulären Kabinettschränkchens, das mit 13 bildlichen Szenen von Liebespaaren und Tugenden, ganz filigran aus gebügelten Strohhalmen geschnitten, wie mit Furnier belegt ist. Carl Hinrich Hering hat es 1712 signiert und datiert. Der Verein der Freunde der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck hat dieses Meisterwerk für das Museum erworben und damit an seinen Entstehungsort zurückgeführt. Im Rahmen dieser Präsentation erfolgt die feierliche Übergabe an das St. Annen-Museum.

Damit der goldene Schimmer wieder erfahrbar werden konnte, haben eigens Studierende der Potsdamer Fachhochschule für Restaurierung die Museumsobjekte gereinigt und ihre zarte Strohmarketerie gesichert. Ihre Ergebnisse und ein Werkverzeichnis C. H. Herings werden in einer reich bebilderten Publikation dokumentiert.