Die Lübecker Museen haben wieder ihre Türen geöffnet. Beachten Sie bitte die dafür notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbedingungen, häufig gestellte Fragen zur Wiedereröffnung beantworten wir Ihnen hier.

  • Nadelbüchse der Sami, Lappland
  • Fellschuhe (Kisy) der Nenzen, Sibirien, Russland
  • Meeresgöttin Sedna von Isaak Sala aus Sanikiluaq, Kanada

Mit ihrer ersten Ausstellung unter neuer Leitung möchte die Völkerkundesammlung andere Sichtweisen auf ihre Objekte und die Geschichte unserer Stadt eröffnen. Zu den Exponaten aus Skandinavien, Sibirien, Grönland, Kanada und Alaska zählen einige der ältesten und viele noch niemals gezeigte Stücke der Lübecker Museen. Fotografien bis heute isolierter Weltgegenden, Videos und Hörstationen mit Legenden, Reiseberichten und Musik erlauben es, tiefer in vergangene Zeiten und fremde Kulturen einzutauchen. Mit speziellen Angeboten für Kinder richtet sich die Ausstellung auch ausdrücklich an Schulklassen und Familien. 

Lübeck, die „Königin der Hanse“, galt lange Zeit auch als „Zivilisationsbringerin“ für den Norden. Um diese alte Sichtweise zu hinterfragen, rücken wir die Länder rund um den Polarkreis und insbesondere die indigenen Gemeinschaften der Arktis wie die Sami und Inuit in das Zentrum der Ausstellung. Wir präsentieren ihre traditionelle Lebenswelt zwischen Schamanismus, Rentierzucht und Jagd und stellen ihre genialen Erfindungen wie die Skier, das Kajak oder den Anorak vor, die heute auch Teil unserer eigenen Sprache und Lebenswelt sind. Dass die Indigenen keine bloßen Relikte der Vergangenheit sind, zeigen Beispiele ihrer zeitgenössischen Kunst und Phänomene wie der Klimawandel oder der Rohstoffboom in der Arktis, die ihre und unsere Welt gleichermaßen verändern. 

Die Exponate zeugen aber ebenso von vergessenen Episoden unserer gemeinsamen Geschichte. Sie erinnern an die Rolle Lübecks in der Zeit des Walfangs und des frühen Nordlandtourismus oder zeugen von dem Wirken skandinavischer Migrant:innen in unserer Stadt. Vor allen Dingen reflektieren die Objekte aber unsere wechselnde Wahrnehmung des Nordens vom Mittelalter über den Nationalsozialismus bis heute und können uns daher auch helfen, manches überkommene Vorurteil über unsere Nachbarn im Norden zu hinterfragen.

Postkarte von 1935
Figur eines Inuit-Jägers, Kanada
Fellschuhe (Kisy) der Nenzen, Sibirien, Russland
Nadelbüchse der Sami, Lappland

Die nächsten Termine der Ausstellung

DO | 17.09.2020 | 17:00 - 19:00 Uhr
Vernissage
Nordwärts - Südwärts
Begegnungen zwischen dem Polarkreis und Lübeck
Nordwärts - Südwärts
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Eine Ausstellung der Völkerkundesammlung Lübeck rund um den Polarkreis. Als Umkehr unserer üblichen Wahrnehmung rücken hier die Länder des Nordens und ihre weit zurückreichenden Beziehungen zum südländischen Lübeck ins Zentrum. Zahlreiche Objekte aus Norwegen, Schweden, Finnland, Grönland, Kanada, Alaska und Sibirien illustrieren dabei so unterschiedliche Themen wie Tourismus und Schamanismus, Kunst und Kolonisation oder Handel und Klimawandel. Teils noch niemals gezeigte Objekte, von denen einige zu den ältesten und weltgeschichtlich bedeutendsten Kunstwerken der Lübecker Museen zählen, werden zu sehen sein.

Preis: Erwachsene: 8,-/Ermäßigte 4,00/ Kinder: 2,50 €