Rückführung zweier Tafeln des Maria-Magdalenen-Retabel
Zwei bisher verschollen geglaubte Tafeln des Maria-Magdalenen-Retabels kehren durch einen Ankauf nach über 200 Jahren an ihren angestammten Platz zurück. Mit dieser Erwerbung erweitert das St. Annen-Museum seine Sammlung zugleich um zwei besonders bedeutende Malereien aus dem Œuvre Erhart Altdorfers. Die beiden Tafeln werden ab dem 18. November im Remter des St. Annen-Museums dauerhaft ausgestellt.
Dank der großzügigen Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Possehl-Stiftung, der Friedrich Bluhme und Else Jepsen-Stiftung sowie dem Verein der Freunde der Museen für Kunst- und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck und einigen engagierten privaten Spender:innen ist die einmalige Chance der Rückführung der beiden Tafeln, die einstmals den linken Außenflügel des Retabels bildeten, ermöglicht worden.
Das Maria-Magdalenen-Retabel zählt zu den Hauptwerken spätgotischer Kunst in Lübeck. Es wurde im Jahr 1519 von den Schneidergesellen für die Lübecker Burgkirche in Auftrag gegeben und eint qualitätsvolle Schnitzkunst mit fein ausgeführten Tafelmalereien. Die jetzt angekauften Tafeln schildern in sehr bewegten und durchdacht komponierten Szenen zwei Episoden des Lebens der Maria Magdalena: ihre Irrfahrt und die Errichtung einer Kirche durch das bekehrte Fürstenpaar.
Am 31. Juli wurde dieser besondere Ankauf den Stifter:innen sowie der Presse im Remter und somit im Herzen der Sammlung des St. Annen-Museums unmittelbar neben dem Maria-Magdalenen-Retabel präsentiert.